Knochen haben, wie jedes Organ im menschlichen Körper, einen eigenen Stoffwechsel. Sie können sich in Dichte und Form an die Beanspruchung anpassen sowie Risse und Brüche beheben. Im Knochenstoffwechsel sind zwei verschiedene “Baukolonnen” aktiv, die beide für den Körper wichtig sind. Es gibt die für den natürlichen Abbau von Knochensubstanz spezialisierten Zellen, die man Osteoklasten nennt. Sie legen sich an die mikroskopisch kleinen Knochenverstrebungen und bauen Knochensubstanz ab. Ein zweiter “Bautrupp” – die Osteoblasten – sind für den Knochenaufbau zuständig.

Liegt nun eine Osteoporose vor, so ist das Gleichgewicht von Abbau und Aufbau gestört. Die abbauenden Kräfte nehmen überhand. Das Ergebnis: mit der Zeit wird die tragende Mikrostruktur im Knochen dünner, schwächer oder sogar lückenhaft, die Gesamtknochenmasse nimmt ab (s.o. unteres Bild).
Knochenbrüche bei leichten Unfällen sind ein Zeichen dafür, dass eine Osteoporose vorliegen könnte. Für die Osteoporose typisch sind Wirbelkörperbrüche (siehe Bild rechts, rot gezeichnet). Als Ursache werden Anheben von Lasten, Abrutschen von einer Stufe, Ausrutschen u.ä. angegeben.
Ein Zusammensintern von Wirbelkörpern kann auch schleichend und fast schmerzlos erfolgen. Typisch ist auch die Abnahme der Körpergröße von mehr als 3-4 cm (siehe Bild Mitte unten), sowie Brüche des Oberschenkelhalses (besonders typisch für ältere Menschen). Rippenbrüche können beim Husten entstehen, osteoporosetypische Handgelenksbrüche durch Abstützen bei einem häuslichen Sturz.
Frauen leiden häufiger an Osteoporose als Männer, da mit den Wechseljahren die Östrogene als ein Schutzfaktor des Knochens ausfallen.

Der für die Osteoporose charakteristische Knochenschwund kann beim Menschen durch die sogenannte Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) festgestellt werden.
Die Osteodensitometrie ist das einzige wissenschaftlich anerkannte Verfahren, das frühzeitig eine Verminderung der Knochendichte erkennen lässt, bevor die für die Osteoporose charakteristischen Komplikationen, die Knochenbrüche, aufgetreten sind.
Eine erniedrigte Knochendichte bedeutet nicht automatisch eine Osteoporose, aber ein dringender Grund für eine sorgfältige Untersuchung.
Dies hat praktische Konsequenzen:
Eine Osteoporose kann um so erfolgreicher therapiert werden, je früher die Behandlung begonnen wird!
Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Osteoporose in die Liste der weltweit zehn bedeutendsten Krankheiten
aufgenommen. In Deutschland leiden bereits ca. 5-7 Millionen Menschen an Osteoporose.
Bei der Knochendichtemessung vergleicht der Facharzt Ihre Knochenstruktur mit der Norm von Personen Ihres Alters und Ihrer Konstellation. Die Zwei-Spektren-Röntgenabsorption (DXA) misst die Knochendichte im Bereich der Lendenwirbelsäule (L1-L4) und am Oberschenkelhalsknochen. Ganzkörper-Messungen sind ebenfalls möglich.
Im Gegensatz zu anderen Messmethoden (z.B. Ultraschall) ist die Reproduzierbarkeit und diagnostische Aussagekraft sehr hoch. Die DXA-Messung an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals entspricht dem heutigen “Gold-Standard”.
Die Knochendichtemessung ist laut Beschluss der Politik seit dem 1. April 2000 eine individuelle Gesundheitsleistung (“IGEL”).
Es besteht somit kein Erstattungsanspruch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen.
Es geht hierbei um eine Leistung, die nicht mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet wird, da es sich im Sinne des Gesetzes (§12 SGB V) um eine von Patienten gewünschte Behandlung handelt. Die Berechnung der Kosten bezieht sich auf die private Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Es wird die Analogziffer 5380 zugrundegelegt. Private Krankenversicherungen, Beihilfestellen und die Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten der DXA-Messung.
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